Im Dazwischen

Im Dazwischen

Poems XVII - XIX:

Asynchrone Synchronizität XVII

Schuld ohne Schuld XIX

NEU In mir dazwischen XXI

Asynchrone 
Synchronizität XVII

Nicht alles, 

was verbunden ist, 

geschieht gleichzeitig, 

 

im Raum gehalten 

von der Paradoxie.

 

Die Wände hell 

und unterschiedlich weit.

 

Manches reflektiert

von Wand zur Decke 

und Boden,

 

erst später — 

wie ein Echo.

 

Zurück 

aber anders,

Resonanz.

———————

Zwischen uns

sind Worte nie nur Worte.

 

Sie werden Spiegel, 

Resonanzflächen.

 

Und oft geschieht das Wesentliche 

nicht im Gespräch selbst, 

sondern danach.

 

Ein Satz oder Blick bleibt stehen

und reift — 

oder auch nicht. 

 

aber arbeitet 

weiter im BP*,

 

durch Musik, 

beim Biken,

in der Natur,

durch Autofahrten, 

durch Schlafen,

spontane Begegnungen 

und beiläufige Fragen wie:

 

„Bist du trocken heimgekommen?"

"Wie war der Workshop?“ 

 

eingebettet 

in etwas Größeres.

Im Raum.

 

Denn nicht alles muss 

sofort ge(er) klärt werden.

 

Nicht verdrängt, 

nicht abgeschlossen — 

 

sondern innerlich bewegt.

 

Sie bekommen Schwung 

und erhalten innere Energie 

Bei der einen. 

Oder bei dem anderen.

 

Bis sie irgendwann 

Wirkung entfalten dürfen.

 

Verändert

Tiefer

Klarer.

———————

Mit den Themen….

Bewegung

Etwas wächst

 

in Richtung Körpergefühl.

Versorgung

Etwas wächst

 

in Richtung Stimmigkeit.

Regeneration

Etwas wächst

 

in Richtung Verbundenheit.

Resonanz

Etwas wächst

 

in Richtung Lebendigkeit.

------------

So wächst jeder

auf seinem Weg.

 

Asynchron im Tun.

Die Themen bleiben.

synchron im Sein.

Resonanz!

 

Und vielleicht ist genau das

asynchrone Synchronizität:

 

Nicht die Frage,

wer weiter ist.

 

Sondern:

Wo und Wann begegnen wir uns?

 

Wo Gleichzeitigkeit 

und Gemeinsamkeit

synchron werden.

 

Ankommen 

 

Dank Asychronität.

 

Ein Wir.

 

*BP (Background Processing):

Der Ort, an dem Fragen weiterreisen,

während man längst etwas anderes tut,

bis sie als Antwort zurückkehren.

 

Riederau, 26. Mai 2026

Schuld ohne Schuld XIX

Schuld

begegnet uns

auf verschiedene Weise.

In Verantwortung.

In Schmerz.

In Vorwürfen.

Manchmal

gar nicht

als Schuld.

Aber was ist Schuld?

Schuld ist schwer.

Man kann sie fühlen,

ohne sie verursacht zu haben.

Oft kann man

gar nichts

dafür.

Man kann sie tragen,

ohne sie

zu besitzen.

Und doch

mit Schuldgefühl.

Menschen,

die urteilen,

um ihre eigene Schuld

nicht tragen zu wollen.

Sie sagen:

„Du bist schuld.“

Gleichzeitig

gibt es Menschen,

deren Dasein

hilft.

Durch Impulse.

Durch Wissen.

Durch Nähe.

Durch die Fähigkeit,

Menschen

aufzurichten.

Je mehr man hilft,

desto mehr tragen andere

ihre Last

zu einem.

Und manchmal

auch ihre Schuld.

Das ist Paradox.

Schuld

ohne Schuld

sind die Pole

einer Resonanzachse.

Aus Verantwortung.

Eine Paradoxie,

die trägt.

Aber auch

mit Schmerz.

⸻⸻

        Manche Themen

        dürfen reifen.

⸻⸻

Aber es gibt auch

Menschen,

die sich selbst stellen.

Die ihre eigene Schuld

nicht weggeben.

Sondern integrieren.

Die spüren,

wie viel getragen wird.

Wie viel gehalten wird.

Wie viel gegeben wird.

Und die sagen:

„Du bist nicht schuld.“

Sie kennen die Last.

Und tragen

ihre eigene.

Ganz bewusst.

Nicht perfekt.

Aber ehrlich.

Sie schützen,

was wahr ist.

Sie geben nicht ab,

was ihnen selbst gehört.

Sie kennen die Tränen.

Es ist Verantwortung,

die nie endet.

Und deshalb

bleiben sie.

Und schützen

sich gegenseitig

vor der Schuld

der anderen.

⸻⸻

        Und manche Antworten

        finden ihren Zeitpunkt.

⸻⸻

Und mit jeder

Begegnung

mit sich selbst

entfernt sich

die Schuld

der anderen.

Und verliert

das Schuldgefühl

ein wenig

seine Macht.

Wie schön,

zu wachsen.

Ohne Schuld.

 

Riederau, 30.6.2026 

In mir Dazwischen XXI

In mir Dazwischen

 

Nicht nur

zwischen Menschen.

 

Auch

in mir.

Zwischen

Empathie

und Leidenschaft.

 

Die eine

möchte schützen.

 

Die andere

möchte leben.

 

Die eine

fragt:

Reicht es dir?

 

Die andere:

Darf ich da sein?

Lange

ließ ich

die Empathie

entscheiden.

 

Nicht,

weil sie stärker war.

 

Sondern,

weil ich

niemanden

überfordern wollte.

 

Und so

nahm ich mich zurück.

Oft,

bevor der andere

es überhaupt

gewünscht hatte.

Und plötzlich

mit sanften Augen:

 

„Du bist ein Rohdiamant.“

 

Es hörte sich

schön an.

 

Aber was

genau?

 

Viele Seiten?

 

Noch nicht klar?

 

Ungeschliffen?

Damals

sah ich

die Flächen

selbst noch nicht.

 

Andere

offenbar schon.

Heute

verstehe ich

es besser.

 

Ich bin nicht

glatter geworden.

 

Eher

kantiger.

 

Die Flächen

werden klarer.

Ernst

und verspielt.

 

Ruhig

und wild.

 

Rücksichtsvoll

und hemmungslos.

 

Einfallsreich

und nachdenklich 

 

Empathisch

und leidenschaftlich.

Manche Flächen 

erkenne ich 

jetzt erst selbst.

 

Andere

erst im Blick

des anderen.

Vielleicht

muss ich

nicht wählen.

 

Vielleicht sind

die Widersprüche

keine Widersprüche.

 

Sie dürfen

gemeinsam

sichtbar sein.

Je nachdem,

wie man

mir begegnet,

reflektiert

eine andere Fläche.

 

Manchmal

auch mehrere

gleichzeitig.

 

Vielleicht

gibt es weitere

die ich heute 

noch nicht kenne.

Nicht jeder

wird sie verstehen.

 

Muss sie auch nicht.

 

Ein Diamant

erklärt sein Licht

nicht.

 

Er reflektiert.

Vielleicht

ist genau das

Rücksicht:

 

nicht weniger

zu leuchten,

nicht vorher

zu entscheiden,

was der andere

sehen darf.

 

Sondern

ganz da zu sein

und dem anderen

die Freiheit

zu lassen,

selbst zu entscheiden.

 

Nähe.

 

Distanz.

 

Welche Fläche.

 

Wie viel Licht.

Denn Empathie

muss Leidenschaft

nicht verhindern.

 

Und Leidenschaft

muss Empathie

nicht überrennen.

Dazwischen

entsteht

etwas Neues.

 

Nicht Rückzug.

 

Nicht Sturm.

 

Präsenz.

Vielleicht

braucht es

gar kein Ergebnis.

 

Nur einen Raum,

in dem zwei Menschen

sein dürfen,

ohne schon

entscheiden zu müssen,

was daraus wird.

 

Neugierig

auf das,

was gerade ist.

Auf das,

was sich bewegt.

 

Und vielleicht 

kann gerade dort 

etwas entstehen,

was vorher

noch nicht

möglich war.

 

Nicht aus Brauchen.

Aus Wollen.

Schön

aber sehr selten:

 

Manchmal

verstehen wir

uns selbst

besser

im Beisein

des anderen.

 

Der andere

ist nicht

die Antwort.

 

Aber ihre Gegenwart

kann ein Raum sein,

in dem Antworten

in mir

entstehen.

Nicht,

weil der andere

mich verändert.

 

Sondern

weil ich mich

in ihrem Beisein

selbst entdecken darf.

Sprechgedanken.

 

Schreibgedanken.

 

Keine fertigen

Botschaften.

 

Wege,

auf denen

Erkenntnis entsteht.

 

Und manchmal

darf ein anderer

Zeuge davon sein.

Vielleicht

ist das

der Schliff:

 

Nie fertig

zu sein

 

Nicht

Perfekt

zu werden.

 

Das will ich 

auch gar nicht.

 

Sondern

ganzer.

 

Mit jeder Fläche.

 

Mit jedem Widerspruch.

 

Mit allem,

was in mir

dazwischen

liegt.

Riederau, 17.8.2026

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